Strandspaziergang

Ich gehe am Strand entlang

 

Ich gehe am Strand entlang. Barfuß. Spüre die Kälte des nassen Sandes, der mit kleinen Steinen durchsetzt ist, die von den Wellen an Land gespült wurden und schliesslich für das ablaufende Wasser zu schwer waren, um wieder zurück in's Meer getragen zu werden. 

Ich gehe, und mir fällt ein Stein auf. Er ist klein. Warum ausgerechnet dieser Stein unter all den anderen?

Ich hebe ihn auf, betrachte ihn, begreife seine Form und fühle die Oberfläche. Irgendwann gibt es nichts mehr zu erforschen an dem kleinen Stein.

Jeder Stein wiegt, und sei er noch so klein. Im Laufe meines Lebens sammelte ich die Erfahrung, dass Steine durch ihr Gewicht die Hosentaschen ausleiern. Und mit jedem zusätzlich aufgehobenen Stein wird die Wahrscheinlichkeit größer, dass mich das Gewicht aller kleinen Steine in irgendeiner Weise beeinträchtigen wird. So werfe ich den grad erforschten Stein zurück in's Meer. 

 

 

 

Ich lasse ihn und die mit ihm verbundene Erfahrung los.

 

Ich weiß, es gibt ihn. Aber ich behalte ihn nicht bei mir. 

 

Irgendwann, wenn die nächsten Wellen auf den Strand laufen, irgendwann wird der kleine Stein wieder an Land gespült. Es ist ja nur ein kleiner, leichter Stein. Ich habe auch schon richtig große, schwere Steine in's Wasser geworfen, die durch ihr Gewicht gleich auf den Grund gesunken sind. Ich entdecke "meinen" kleinen Stein wieder, und ich grüße ihn erfreut.

 

Es fühlt sich leicht an. Es ist Sommer.

 

Wenn im Herbst die Stürme losbrechen, dann werden plötzlich auch die schweren Steine wieder an Land gespült, weil das Wasser in mächtiger Bewegung ist, und eine gewaltige Kraft entsteht.

 

Vielleicht bin ich nicht am Strand, wenn der Sturm tobt. Aber ich komme wieder und werde über die Steinbrocken stolpern, und mich fragen, wo sie plötzlich herkommen. Diesmal schaue ich sie mir genau an. Und spare mir die Kraft, die es kostet, sie zurück in's Meer zu werfen. 

 

Sie sind nun einfach da, und ich kann sie lassen, so sichtbar wellenumspült am Strand, in der Gewissheit, das Wasser nimmt dem Stein die Kanten. 

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Wer bin ich? Und wenn ja, wieviele?

Neu: die shortcuts

von Be Mindful Berlin

kleine kurze Achtsamkeits-Impulse

Wenn der Sturm das Meer meines Lebens aufwühlt und mich vor sich her peitscht

 

Wenn der Sturm das Meer meines Lebens aufwühlt und mich vor sich her peitscht, dann habe ich alle Hände voll zu tun. Segel setzen, Segel reffen, koordinieren, das Steuer fixieren oder lösen, je nach Windrichtung, Windstärke, Wellengang und Strömung. Ich bin voll konzentriert auf die Vorgänge und habe keine Sekunde, um gedanklich abzuschweifen. Es macht mir Spaß, ich fühle mich gefordert und weiß, ich werde mental wachsen, wenn ich diese Situation meistere. 

 

 

Doch, wenn der Sturm später nachlässt und plötzlich sogar Flaute herrscht, sitze ich auf Deck und vermisse die Herausforderung, so sehr ich sie manchmal verflucht habe in der Zeit der An- oder gar Überforderung. 

 

Ich fange an, zu denken, nach zu denken. Und es kommt mir vor, als würde mich mein Hirn mit all den Gedanken zuschütten, für die ich während des Sturmes keine Zeit hatte.

 

Ich müsste das Schiff wieder fit machen für das nächste Unwetter, was so sicher kommt wie der Sonnenuntergang. Ich müsste, ich müsste... es gäbe viel zu tun. Stattdessen sitze ich an Deck in der Sonne und... 

 

STOP!

Unwetter

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Wenn online plötzlich offline geht

Wenn online plötzlich offline Geht

oder: eine Wellenlänge

Im Moment kommen immer mehr on-off-Beziehungen in mein Leben.

Klingt nach Stress, oder? Ist aber nicht so. Denn es geht um online-Kontakte, die auf Anhieb super im offline-Leben funktionieren!

Mit wem das klappt, liest Du im Blog.

Ich meine natürlich nicht die klassische Paar-Beziehung, an die Du jetzt vielleicht denkst. Sondern einfach die Tatsache, dass sich aus meinen Online-Kontakten immer mehr wunderbare Offline-Kontakte ergeben. Also Kontakte im richtigen Leben. Was ich bei den Offline-Treffen immer feststelle: wir sind auf einer Wellenlänge. Und dieses Bild passt natürlich zum Spruch vom Surfen auf den Wellen des Lebens, denn wenn wir dieselbe Welle reiten, dann suchen wir auch ein bisschen die gleiche Herausforderung.

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Was ist Achtsamkeit?

Achtsamkeit ist...

oder:

warum kann ich nicht einfach an's Universum glauben?

Wie sieht wohl die Unendlichkeit aus? Ich bin ein sehr visueller Mensch und möchte mir immer alles bildlich vorstellen können. Ganz ehrlich, mir persönlich verursacht schon der Versuch einer Vorstellung der Unendlichkeit des Universums Überhitzungsgefahr im Gehirn. 

 

Eher bekomme ich das leicht irre Gefühl, die Erdanziehung ließe abrupt nach und ich würde völlig losgelöst wie Major Tom in's Weltall hineingesogen. Es ist einfach nicht begreifbar für mich. Wie kann ich mir ein allumfassendes unendliches Nichts bildlich vorstellen? 

 

Meine Herangehensweise lässt mich da schon mal in Überforderung enden, besonders wenn ich mich im Kreise von sehr spirituellen Menschen befinde. Wohlgemerkt, ein Bild zum unendlichen Universum schaffen konnte mir allerdings auch noch niemand. Es gibt eines, aber das hat einen Rand, ist also eben nicht unendlich, aber dazu weiter unten.

 

Ich kann mich gut erinnern, wie laut und herzlich ich lachte, als mir das erste Mal eine Bekannte von einem beim Universum bestellten Parkplatz erzählte. Ich fand die Idee sehr praktisch, aber auch sehr absurd. Und ganz ehrlich, ich muss gerade wieder lachen, wenn ich mich an meine Fassungslosigkeit damals erinnere.

 

(Sternenhaufen / Rosettennebel)

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Is mir egal, ich lass' das jetzt so

Das Ding mit

richtig und falsch

oder: von einer großartigen Erfahrung aus meiner Schulzeit

Was ist denn richtig, und was ist falsch? Und wie muss ich etwas machen, damit es wirklich perfekt, also richtiger als richtig ist? Wer bestimmt, ob mein Ergebnis richtig oder falsch ist?

 

Wir haben bereits als Kind gelernt, dass wir alles richtigmachen müssen, um von unseren Bezugspersonen geliebt zu werden. Deshalb ist das richtigmachen-wollen ein elementarer Bestandteil unseres Antriebs.

Nur etwas lassen wir dabei außer Betracht: wer bestimmt denn, was richtig und was falsch ist?

Religionen, egomane Staatsoberhäupter, die gesamte Gesellschaft mit ihren Werten und Normen, die jeder einzelne doch wieder anders für sich auslegt. Jedes Kind weiß, bei Oma A sind ganz andere Dinge richtig und falsch als bei Oma B. Und bei den eigenen Eltern sieht es nochmal ganz anders aus.

 

Folglich werden wir später immer unsicherer, je mehr wir als Kind gelernt haben, alles richtig machen zu sollen.

Wir  sind bestrebt, das vermeintlich Richtige zu antworten und auch zu tun, sogar solange, bis das Ergebnis in unserer Wahrnehmung endlich perfekt ist. Doch ist es jemals perfekt?

Es kostet uns oft viel Zeit. Zu viel Zeit, weil Lebenszeit begrenzt ist. Unser teuerstes Gut.

Deshalb möchte ich Euch ermutigen, viel mehr "Is mir egal, ich lass das jetzt so" in Eurem Leben zuzulassen.


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