Vom Suchen und Finden

Wer bist du wirklich?

Vom Suchen und Finden

 

Lange habe ich überlegt, geschrieben, verworfen. Nun rennt die Zeit. Und kein Artikel passt so richtig.

 

Ich möchte mich vorstellen, aber keinen Lebenslauf abschreiben.

Also öffne ich jetzt die kleine Achtsamkeits-Schatzkiste von Be Mindful Berlin und veröffentliche ein Interview. Die Fragen für dieses Interview hat mir eine Freundin gestellt, und ich kann Euch den Tipp geben: macht das auch mal mit Euren "Bestie's". Es ist erstaunlich, was jemand fragt, der Euch schon lange kennt. In meinem Fall Nicole Bogs, von ltsgoyoga.

 

Was hat dich von der Führungskraft im Einzelhandel hin zur Achtsamkeitstrainerin gebracht?

 

Mir wurde immer klarer, dass ich zwar die Mode toll fand, die ich jahrelang verkauft habe, aber mein wirkliches Herzensthema in den internen Trainings für Führungskräfte und Mitarbeiter gefunden habe. 

Im Einzelhandel bin ich irgendwann an, und schließlich auch über meine Grenzen gegangen, auch weil es dort keinen Rückzugsort gibt. Der Job war einfach nichts mehr für mich, ich fühlte mich oft sehr ausgeliefert, all den Menschen, dem Lärm, der Musik, den Diskussionen. Möglichst viel Flächenpräsenz, und auch in der Freizeit ständige Erreichbarkeit für Notfälle, Kosten- und Umsatzdruck. Bei mir führte das letztlich in den Burn-out.

 

Während der Reha stieß ich dann zum ersten Mal auf das Thema Achtsamkeit.

Ich konnte mich damit sehr gut identifizieren. Sicher, weil ich schon immer auch gerne mit mir alleine bin und Einflüsse von Aussen manchmal schwer ertragen kann. Musik im Supermarkt zum Beispiel, die aus verkaufspsychologischen Gründen eher langsam ist. Da kann mich ein melancholisches Lied schon mal in eine traurige Stimmung versetzen. Eine Zeit lang bin ich nur noch mit MP3-Player zum Einkaufen gegangen, um meine eigene Musik zu hören. Ich beneide Menschen, die sowas gar nicht wahrnehmen... manchmal zumindest.


Wie lange hat der Weg dorthin gedauert?

 

Der Weg dauert noch an... es ist eine Reise auf unbestimmte Zeit. Dazu hatte ich in meiner Ausbildung zur Achtsamkeitstrainerin immer so ein Bild:

Irgendwann habe ich in der alten Welt ein Schiff bestiegen, um in die neue Welt aufzubrechen. Mit unglaublich viel Gepäck, eben all dem, was sich im Laufe des Lebens so angesammelt hat. Ich wollte natürlich meine materiellen Sicherheiten mitnehmen.Das Schiff kam aber immer wieder in schwere Stürme, und vieles von meinem Gepäck ging über Bord. Schließlich hatte ich nicht mehr viel, aber ich hatte mein Leben. Als wir endlich die Küste sehen konnten, war ich sehr erleichtert und dachte, ich wäre nun endlich in meinem neuen Leben angekommen und alles würde einfacher werden. Aber da kam das nächste Unwetter und der Sturm trieb das Schiff wieder weit auf das Meer hinaus.

Mittlerweile habe ich das Gefühl, das auf und ab des Meeres ist das Leben, und an Land komme ich erst an, wenn ich irgendwann, nach hoffentlich noch sehr vielen gesunden Lebensjahren, sterben werde. Das ist ja nun mal unausweichlich, sobald man geboren wurde. Dann erst kann das Schiff anlegen, dann bin ich angekommen.

 

Wie gehst du persönlich mit dem Thema Achtsamkeit um?

 

Für mich ist Achtsamkeit eine Haltung zum Leben. Achtsamkeit gibt es nicht to go.

Ich bemerke viel Veränderung in mir, ich erkenne, warum ich so und so bin, habe meinen Anfängergeist wiedergefunden. Ich bin wieder neugierig auf das Leben, auch wenn es nicht immer so läuft, wie ich mir das vorstelle. Eigentlich läuft es sogar sehr selten so.

Aber das ist halt das Leben. Dadurch, dass ich es so annehmen kann wie es ist, wird es leichter und ich bin gelassener. Ich bin viel geduldiger geworden und versuche ernsthaft, nicht ständig alles zu bewerten. Gedanken über Vergangenheit mache ich mir wirklich nur noch selten. In der Zukunft hänge ich schon eher fest, einfach, weil die Ungewissheit ganz neu für mich ist. Und durchaus beängstigend. Aber ich arbeite dran. 

Ganz wichtig finde ich, dass Achtsamkeit nichts mit Esoterik oder Spiritualität zu tun hat. Was jeder einzelne daraus macht, ist ihm überlassen, aber niemand benötigt beispielsweise Räucherstäbchen, Blumen oder Buddha-Figuren, um eine achtsame Lebenshaltung einzunehmen.

 

 


Was sind deine Pläne für 2017?

 

 

Im März 2017 starte ich das Achtsamkeitstraining online. Da ich immer wieder gehört habe "Ich habe keine Zeit für den Kurs", habe ich überlegt, wie ich genau diese Menschen erreichen kann. Der große Vorteil vom Online-Training ist, dass sich jeder aussuchen kann, wann, wo und in welchem Tempo er den acht-Wochen-Kurs absolviert.

Die Inhalte sind exakt die aus dem Präsenzkurs. Ich arbeite viel mit Übungs-Videos, es gibt ein hochwertiges Workbook für die Teilnehmer und natürlich "persönliche" Motivation und Betreuung per Skype durch mich. Die Teilnehmer können, auch wenn der Kurs offiziell vorbei ist, weiterhin auf die Inhalte zu greifen, so oft sie wollen und natürlich auch ihre Fragen stellen, die oft erst nach einiger Zeit der Praxis auftauchen. Diese Möglichkeiten gibt es in einem Präsenz-Kurs nicht. Wenn der vorbei ist, liegt es alleine an dir, weiter zu machen. 

 

Und wie geht es hier auf dem Blog weiter?

 

Nächste Woche werde ich die Grundhaltungen der Achtsamkeit erklären und natürlich, was Achtsamkeit überhaupt bedeutet.

Dazwischen wird es zukünftig auch immer mal kurze Übungs-Anleitungen geben. 

Am Besten abonnierst Du den Newsletter, dann verpasst Du nichts mehr!

 

Vielen lieben Dank für Deine Fragen, Nicole!

 

Und Euch Lesern vielen Dank für Euer Interesse. Hinterlasst mir gerne Feedback, ich würde mich sehr freuen!

Bis nächste Woche, liebe Grüße

Dagmar -Be Mindful Berlin-

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Doris (Montag, 27 März 2017 09:52)

    Hallo liebe Dagmar,
    Ich könnte es kaum fassen. Da bin ich doch tatsächlich über Instagram auf einen richtig guten Blog gestoßen! Dein Schreibstil gefällt mir äußerst gut - und erinnert mich stark an meine narrenhaften Wortergüsse! Schön, dich gefunden zu haben - bzw danke für deinen Kommentar! Alles Liebe, Doris


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